Montag, 24. Februar 2014

First Days At Sun Yat-Sen Business School


Der fröhliche Moloch wird so langsam zur Gewohnheit. Das Hasten, das Stoppen und Ausweichen genauso. So fühlte sich der erste Lauf hier in Guangzhou (gesundheitlich wahrscheinlich vergleichbar mit einem ausgiebigen Rundlauf durch die Raucherkabine im Flughafen) auch eher wie ein Trailrun an, als wie eine gemütliche Runde um die Uferpromenade. Fahrräder, Fußgänger und Karren teilen sich das Terrain mit Tai Chi, Läufern und Schattenboxern. Besonders abends schmeißt sich die Stadt dann in Schale und leuchtet weithin sichtbar in sämtlichen Neonfarben (Chinesen scheinen Neonlicht überhaupt zu lieben - in nahezu allen Wohnungen wird jede Stimmung durch den Schein kaltblauer Lichter … - naja, zumindest ist Licht). Jedes Gebäude, das etwas auf sich hält, blinkt und glitzert, die Uferpromenade ziert sich durch Ketten von Straßenlaternen und verwandelt den eben noch grau-grünen Fluß in eine wohlig schöne Atmosphäre, die zu sehen sich nun wirklich lohnt.
Aber genug der Romantik. Das Semester begann am Wochenende mit einer Einführungsveranstaltung am Samstag und einer „Cultural Tour“ am Sonntag. Insgesamt 19 Austauschstudenten aus aller (na, eher „vieler“, also insgesamt sechs) Herren Länder besuchen in diesem Sommer die Business School der Sun Yat-Sen University. Die SYSU ist eine der ältesten Universitäten Chinas und geht mit ihrem Namensgeber auf den Nationalvater Chinas, den Revolutionsführer Sun Yat-Sen, zurück. Die Business School bildet einen Zweig des fakultativen Apparats der Universität, ist nicht ganz so alt und auch relativ klein – sie gehört jedoch zu den besten Business Schools Chinas. So übertrifft die Ausstattung meine Heimatuni um Längen. Während ich also nach den Knöpfen für die Nackenmassage an meinem Stuhl suchte, belehrte uns die Koordinatorin über die häufigsten Fettnäpfchen der letzten Jahrgänge und verwendete einen Gutteil der Zeit darauf, jegliche Akkreditierung der Universität – oh nein, Business School, mein Fehler – ausführlich zu beleuchten.  Inhaltlich haben wir weiter nicht viel erfahren. Erkenntnisreicher war die Frühstückspause: Ein chinesischer Kuchen ist nicht zwangsläufig süß und kaffeetechnisch besteht erheblicher Aufrüstungsbedarf (was gegen einen zweiten Flugzeugträger und für eine echte Baristas auf jedem Campus spricht).

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