Eine große Herausforderung hier in China stellt die Sprache dar. Weniger für die Chinesen, als vielmehr für mich. Die mit Mühe vor der Abreise gelernten Wortbrocken und Satzstücke stellen sich im Nachhinein als beinahe völlig nutzlos heraus. Mit „Ich heiße Julian“, lässt sich halt nur in ausgesprochen seltenen Fällen Reis bestellen. Dafür bekommt man unter einem Schwall weiterer Wortsilben eine Karte mit Bildern gereicht. Nicht nur für die Verständigung wesentlich besser, kann man so gleich sehen, was man ungefähr zu erwarten hat.
Nach einiger Zeit ist es dann aber tatsächlich möglich eine Bestellung in feinstem Hochchinesisch aufzugeben. Es bleibt dabei ein Haken: Wenn der Kellner einen nicht anstarrt, als hätte man einen nepalesischen Eselhaarteppich bestellt, so fängt er breit an zu grinsen und fragt wie’s denn gerne zubereitet sein darf. Gedünstet, im Wok, frittiert, gebraten oder doch nur gedämpft (häufig nicke ich schon beim ersten Wort, grinse freundlich und hoffe innerlich, dass der gute Mann schon weiß, was er da tut).
Angesichts der geschätzt knapp 60,000 Schriftzeichen im Chinesischen (wovon man im Alltag angeblich nur bescheidene 3,000 Stück benötigt) erscheint das Erlernen der Sprache nicht nur eine Aufgabe für Menschen mit ausreichender Motivation zu sein, sondern vor allem nach einem intaktem Gesäß zu verlangen.
Englisch hilft in den meisten Fällen im Alltag nicht weit bzw. führt im Zweifel zu noch mehr Verwirrung. Im McDonalds schwenken die Herrn und Damen hinter dem Schalter schon bei betreten des Ladens mit einer ausreichend bebilderten Tafel, die die Kommunikation nicht nur vereinfacht, sondern weitestgehend unmissverständlich werden lässt. Allerdings ist die ganze Angelegenheit dann wie das Essen – einfach, unbefriedigend und in jedem Fall langweilig.

Hast Du die Eier gegessen?! o.O
AntwortenLöschen